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Vierter Tag - 26.2.2007 - Königsstadt Fes

Der heutige Tag sollte uns einen Einblick in die älteste der 4 Königsstädte , nämlich Fes, gewähren.
Bereits im Hotel trafen wir unseren Führer - einen absolut ungewöhnlichen Marokkaner mit stahlblauen Augen und einer imposanten Größe von ca. 1,90 m - der uns stolz die Geschichte seiner Stadt näher brachte.
Laut unserer Reiseführerin dürfen Gruppenreisende in Marokko alle Besichtigungen nur mit einem zusätzlichen einheimischen Führer durchführen. Dies kann manchmal ziemlich nervenaufreibend sein, denn die Abdullahs und Moulays wollen natürlich ihr Einkommen entsprechend aufbessern und zerren die „vermögenden“ Ausländer in diverse vollkommen überteuerte Touristenfallen.
Leider war dies gerade in Fes, wo es so viele exotische und interessante Läden zu entdecken gegeben hätte, sehr schade.
Allerdings waren wir andererseits wieder froh, einen Einheimischen dabei zu haben, denn die Gassen in Fes’ Altstadt sind gerade mal eselsbreit und können jedem Labyrinth ernsthafte Konkurrenz machen!
Angeblich gibt es bis zum heutigen Tag keine komplette Straßenkarte über die Medina von Fes, selbst die Einheimischen sollen sich manchmal im Gassengewirr verlaufen.

Bis ins im 8Jh war Fes ein kleines, unbedeutendes Dorf mitten im Nirgendwo. Erst Moulay Idriss II baute Anfang des 9Jhs einen Königspalast und siedelte Flüchtlinge aus dem damals islamischen Andalusien an.
Weiters folgten Tunesier, die die Karaouine Moschee erbauten, welche die älteste Universität der Welt ist.
Die Kunstfertigkeit der Bewohner war legendär und verhalf der Stadt zu großer Blüte.
Im 14Jh zogen Juden zu, die Fes erneut durch Kunst, Handwerk und Handel belebten. So herrschte bereits damals ein Schmelztiegel der Kulturen, der bis heute in den Bauwerken ersichtlich ist.
In der französischen Protektoratszeit entstand schließlich die Ville Nouvelle, sodass Fes nunmehr aus 3 Stadtteilen besteht, Fes el Bali (Altstadt), Fes el Jdid und Ville Nouvelle.

Um einen Gesamtüberblick über das kontrastreiche Fes zu erhalten, fuhren wir morgens auf einen der Hügel, an die sich die Stadt schmiegt und genossen von dort einen atemberaubenden Blick auf die gerade erwachende Stadt.

Nun war es soweit, wir konnten uns in das faszinierend exotische Getümmel der Souks (Märkte) stürzen. Ein Schwall von Eindrücken und Düften strömte auf uns ein, unsere Augen irrten ziellos und überwältigt umher. Jedes Handwerk hat hier ein eigenes Marktviertel, von den hoch aufgetürmten, bunten Gewürzständen über filigrane Arbeiten der Ziselierer, bis hin zu den Schneidern in ihren dunklen Läden, ließen wir uns treiben, um hinter jeder Ecke wieder Neues zu ergründen.
Auf das Färber- und Gerberviertel blickten wir von einer Dachterrasse hinab, die Häute werden hier noch heute auf einfachstem Wege bearbeitet. Sie werden in großen Bottichen gelagert bzw. gefärbt und mit bloßen Händen und Füßen vorbereitet. Das ganze Viertel umgibt ein beißender Geruch, jedoch wurden wir von unserem Führer rechtzeitig mit Minzblättern versorgt.
Zurück in den schmalen Gassen wurden wir häufig von Esel überholt, die als Verkehrsmittel dienen. Hier wird das Mittelalter wahrhaftig wieder lebendig!

Um uns vom regen Treiben in den Souks ein wenig zu erholen, statteten wir der Medersa Bou Inania einen Besuch ab. Diese merinidische Koranschule, die denselben Namen wie die Koranschule in Meknes trägt, entstand zwischen 1350 und 1357 und ist reichlich mit feinsten Ornamenten aus Stuck, Marmor und Onyx verziert.
Ebenso schön sind die filigranen Zedernschnitzereien und die bunten Kacheln an den Wänden.

Anschließend, nachdem wir einen kurzen Fotostopp beim äußerst imposanten, glänzenden Eingangstor des Königpalastes eingelegt hatten, besichtigten wir noch einen alten Riad (Kaufmannspalast). Diese Gebäude haben dicke Mauern, eine unscheinbare Außenfassade und wirken durch die schmalen, vergitterten Fenster abweisend und kalt. Gelangt man jedoch in den Innenhof, ist man bezaubert von den schönen, gekachelten Wegen und den lieblichen Blumenbeeten. Die Vögel zwitschern lauthals, ein Marmorbrunnen plätschert friedlich vor sich hin und man vergisst die Hektik der geschäftigen Souks.
Die Innenräume der Riads wirken durch ihre langen, gepolsterten Sitzreihen und den mosaikverkleideten Wänden für uns fremdartig, zeugen jedoch von der Gastlichkeit der ehemaligen Bewohner.

Abends –bevor wir zurück ins Hotel fuhren- konnten wir noch einen kurzen Blick durch den Haupteingang in die Grabstätte von Moulay Idriss II werfen, die zu den Wallfahrtsstätten der Marokkaner zählt und für Nicht-Moslems nicht zugänglich ist.


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