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Fotografie - das Motiv


Einleitung

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In diesem Kapitel wollen wir uns mit den Themen "Motiv" und "Bildgestaltung" auseinander setzen.
Wir möchten Euch - anhand von Beispielen - zeigen, wie ihr Eure Motive möglichst gut in Szene setzt, was absolut "verboten" ist (außer man will es als bewussten Effekt mit ins Bild nehmen) und was man tun kann um das Foto harmonisch und natürlich erscheinen zu lassen.

Wir greifen dabei auf die Erfahrung aus mehreren tausend gemachten Aufnahmen sowie den Kenntnissen aus einem eigenen Kurs und natürlich auch Infos aus dem Netz zurück um Euch einen möglichst guten Überblick zu verschaffen.
Natürlich werden aber nur vom Lesen alleine die Fotos nicht besser. Ein wenig probieren und üben gehört schon auch dazu!

Grundlagen

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Zunächst wollen wir uns einen Überblick über die wichtigsten Begriffe rund um die Bildgestaltung verschaffen um anschließend einige grundlegende Gedanken zu dem Thema zusammen zu fassen.

die wichtigsten Begriffe

Motiv

Was verstehen wir eigentlich unter dem Begriff Motiv?
In der Wikipedia findet sich unter diesem Begriff die folgende grundlegende Definition: "Als Motiv wird in der Fotografie der wesentliche inhaltliche Bestandteil eines Bildes bezeichnet."

Wir möchten es aber ein wenig umgänglicher erklären.
Im Grunde ist das Motiv das was wir dem Betrachter des Fotos schlussendlich eigentlich zeigen wollen.
Das kann - im Fall eines Protraits - eine Person sein, genauso gut aber auch eine schöne Landschaft in einer Panoramaaufnahme oder eine Obstschale bei einem Stillleben.

Hintergrund

Grundsätzlich kann man sagen, alles was nicht zum Motiv gehört ist Hintergrund.
Das klingt zunächst ein wenig pauschal. Und das ist es auch!
Aber es trifft den Kern der Sache.

Dabei kann der Hintergrund im Foto als reine "Bild-Abdeckung" rund um das Motiv wirken, oder aber das Motiv sanft abrunden.
Beispielsweise kann durch einen veränderten Hintergrund einer Portrait-Aufnahme eine gänzlich andere Bildwirkung auf den Betrachter erzielt werden. Ist der Hintergrund sehr verschwommen oder noch deutlich zu erkennen?
Welche Farben finden sich im Hintergrund?

Von Einsteigern und vielen "Urlaubs-Fotografen" (der geneigte Leser möge mir diesen Ausdruck verzeihen) wird dem Hintergrund oft nur wenig Beachtung bei der Aufnahme geschenkt.
Hinterher ärgern sie sich dann aber beim Betrachten der Fotos.

Der Hintergrund kann das Motiv sanft und angenehm abrunden und das Motiv gekonnt in Szene setzen, er kann aber auch stark vom Motiv ablenken (was wir natürlich vermeiden wollen...)

Blende

Die Blende ist in den Wechsel-Objektiven einer Spiegelreflexkamera und bei manchen Kompaktkameras eine mechanische Einrichtung ähnlich der Regenbogenhaut (Iris) unserer Augen.
Durch eine größere Öffnung der Blende kann mehr Licht durch das Objektiv fallen. Durch eine geringere Öffnung der Blende gelangt weniger Licht durch das Objektiv zum Chip.

Dadurch beeinflusst die Blende sowohl die Belichtungszeit als auch die Tiefenschärfe (s. unten) direkt und ist eine der wichtigsten Einstellmöglichkeiten für den Fotografen.

Tiefenschärfe

Die Tiefenschärfe ist der Bereich des Fotos, der (scheinbar) scharf abgebildet ist.
Tatsächlich scharf abgebildet ist nur genau jene, zum Chip parallele, Ebene auf die fokusiert wurde.
Die Tiefenschärfe definiert dazu zwei parallele Ebenen (eine vor und eine hinter der Fokus-Ebene) die für den Betrachter scharf abgebildet sind.

Dabei ist die Tiefenschärfe von der Brennweite einerseits und von der gewählten Blendenöffnung andererseits abhängig.
Dabei gilt:
Je größer die Brennweite und je kleiner die Blendenöffnung (je höher die Blendenzahl) desto größer der Bereich der Tiefenschärfe.

Man kann die Tiefenschärfe als sehr oft als bewusstes gestalterisches Element verwenden um z.B. den Hintergrund einer Protrait-Aufnahme stark verschwommen darzustellen, oder aber um bei einem Landschaftspanorama einen möglichst großen Teil scharf zu zeigen.
Dabei sollte man immer unsere natürliche Wahrnehmung im Hinterkopf haben. Man sollte sich also folgende Frage stellen: "Wie nehme ich in der Realität die Szene wahr?"
Versucht man diesen Eindruck in das Foto umzusetzen sind die Chancen auf eine gute Aufnahme groß.

Belichtungszeit

Das nächste wichtige gestalterische Element bei der Aufnahme eines Fotos ist die Belichtungszeit.
Sie bestimmt das Zeitfenster das in dem Foto festgehalten wird.
Möchte man also z.B. einen Sprinter in seiner Bewegung "einfrieren" so muss man eine sehr kurze Belichtungszeit wählen.
Will man hingegen die Dynamik eines Wasserfalls festhalten wählt man eine längere Belichtungszeit (mind. 1/10s) und so erhält der Wasserfall ein "schleierartiges" Aussehen.

Lichtempfindlichkeit

Die Lichtempfindlichkeit stammt ursprünglich noch aus der Analog-Fotografie, als man noch Filme mit unterschiedlichen Lichtempfindlichkeiten - sogenannten ISO-Werten - verwenden konnte.
Grundsätzlich gibt die Lichtempfindlichkeit an, wie stark der Film - oder bei digitalen Kameras der Chip - in einem bestimmten Zeitraum belichtet wird.
Dabei wird die Lichtempfindlichkeit bei jeder Stufe verdoppelt. Man spricht dabei auch von einem Lichtwert.
Als "Standard" gilt ein ISO-Wert von 100. Je höher dieser Wert ist (200 - 400 - 800 - usw.) umso stärker reagiert der Film oder der Chip auf Licht.
Diese Eigenschaft kann man sich bei schlechten Lichtverhältnissen zu Nutze machen um so die Belichtungszeiten möglichst kurz zu halten.

Aber leider kommt auch dieser Vorteil nicht ohne begleitenden Nachteil aus.
Je höher nämlich die Lichtempfindlichkeit wird, desto stärker wird das Bildrauschen. D.h. das Foto bekommt eine unschöne "Körnung" durch falschfarbige Pixel und wird zusehends unscharf.

Auch wenn unsere Spiegelreflex-Kamera ISO-Werte bis 1600 ermöglicht... fotografieren tu ich nur bis zu einem ISO-Wert von maximal 400. Und auch das nur in Ausnahmefällen, wo es einfach nicht anders geht.
Generell versuche ich mit einem ISO-Wert von 100 zu fotografieren. Sind die Lichtverhältnisse nicht ganz so gut, kann man schon mal auf 200 gehen.

Bildgestaltung

Nun wollen wir uns einige grundlegende Gedanken zur Bildgestaltung machen.
Schließlich ist es ja nicht unwesentlich wie wir unser Motiv präsentieren.

die "Drittelung" und das harmonische Erscheinungsbild

Kann Deine Kamera ein Gitter im Sucher oder auf dem Display darstellen? Wenn ja, dann schnapp sie Dir mal und schalte das Gitter ein.
Mit größter Wahrscheinlichkeit siehst Du nun 2 horizontale sowie 2 vertikale Gitterlinien. Somit wurde der Anzeigebereich schon mal gedrittelt.
Doch wozu ist das gut?
Genau dieser Frage wollen wir nun nach gehen.

Im Laufe der Zeit hat man erkannt, dass ein Foto als harmonisch oder natürlich empfunden wird, wenn das Hauptmotiv ein oder zwei Drittel des Bildes einnimmt.
Deshalb kann man sich auch bei vielen Kameras die Gitterlinien anzeigen lassen um das Motiv in dieses "Drittel-Verhältnis" einzupassen.

der Hintergrund

Je nach Motiv ist die richtige Wahl des Hintergrundes mehr oder weniger wichtig.
Zu den Details kommen wir dabei später bei den Fallbeispielen zu sprechen.
Ein paar allgemeine Punkte möchten wir hier schon mal vorab behandeln.

Ganz wichtig - und eine Sache auf die viele Hobby-Fotografen nicht achten - sind die "Struktur" und die Farben im Bildhintergrund.
Absolut zu vermeiden sind starke "Warnfarben" wie intensive Rot- und Gelbtöne sowie "weiße" Flächen, da diese unweigerlich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen und so vom eigentlichen Motiv ablenken. (Wir achten also immer darafu, dass wir keine roten Autos oder diverse störende Verkehrzeichen im Hintergrund haben)

Ein weiterer wichtiger Punkt steht in direkter Beziehung mit der Art und Weise wie wir Fotos betrachten.
Ähnlich wie einen Text "lesen" wir auch ein Foto zeilenweise von links oben nach rechts unten.
Das bedeutet, das beispielsweise eine weiße Fläche in der rechten unteren Ecke kaum auffällt. Ist diese Fläche jedoch gleich links oben (z.B. überbelichteter Himmel!) so bleibt das Auge des Betrachters unweigerlich dort hängen und wird auch bei der weiteren Betrachtung immer wieder dort hin "gezogen".

Informationen im Motiv

Ein weiterer häufiger Fehler ist eine zu große "Informationsflut" in einem Bild.
Wir sollten immer versuchen uns auf ein Motiv zu konzentrieren und dieses aus dem Bild "heraus zu arbeiten" - häufig verwnedet man dafür auch den Begriff "das Motiv frei stellen".
Haben wir zu viele Informationen (Motive) in dem Bild, so ist der Betrachter damit überlastet und wird das Foto daher auch nicht als besonder schön empfinden. Auch wenn die Aufnahme ansonsten noch so gut gelungen ist.


Fallbeispiele

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