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Fünfter und Sechster Tag - 9.2.2008 und 10.2.2008 - Mosaikmuseum – Topkapi Palast – archäologisches Museum – Aquädukt - Heimreise

Für unseren letzten Tag in Istanbul hatten wir uns das absolute Highlight aufgehoben. Der Topkapi Palast sollte nämlich heute seine Pforten für uns öffnen.

Wie schon gewohnt, gab es heute wieder Dauerregen und kalten Wind.
Glücklicherweise befand sich das Mosaikenmuseum nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt.
Bei Ausgrabungen Mitte der 50er Jahre des letzten Jh. wurde ein prächtiges Bodenmosaik mit Tier- und Jagdszenen freigelegt. Dieses wurde restauriert und zu einem kleinen Museum umgestaltet. Die noch immer sehr detailreichen und farbenprächtigen Motive lohnen auf jeden Fall einen Besuch.

Umgeben von Marmarameer, Goldenem Horn und Bosporus thront der Topkapi Palast über Istanbuls Altstadt.
Er war jahrhundertelang der Sitz der osmanischen Herrscher. Mit dem Bau der 70ha großen Stadt in der Stadt wurde 1453 begonnen. Beendet wurden die Arbeiten erst im 18 Jh. Hier lebten zu Blütezeiten einst über 5000 Menschen, erst Mitte des 19 Jh wurde der Regierungssitz in den Dolmabahce Palast verlegt.
Heute dienen die 4 Höfe der monströsen Anlage als Museum, mehrere Tausend Exponate machen den Besuch wahrlich zu einem Kunst- und Kulturerlebnis.

Jeder Hof ist durch ein Tor zugänglich, der erste parkähnliche Hof –zugleich Haupteingang- beginnt in der Nähe der Hagia Sophia. Hier befindet sich der Ticketschalter und eine Informationstafel, welche Sammlungen gerade geöffnet sind. Das Ticket für den Harem mussten wir direkt am Eingang des Harems kaufen.

Im zweiten Hof befanden sich die öffentlichen Staats- und Verwaltungsräume. Besonders schön und filigran gearbeitet ist der „Diwan“, hier tagten wöchentlich die Würdenträger des Imperiums.
Durch ein goldenes, vergittertes Fenster konnte der Sultan heimlich den Besprechungen lauschen.
Außerdem waren im zweiten Hof die Quartiere der Palastgarde untergebracht, heute ist in den Räumlichkeiten ein Waffenmuseum zu sehen.
Auch die ehemalige Palastküche kann besucht werden, angeblich sollen hier zu Spitzenzeiten 70 Gänge für den Sultan serviert worden sein, an Festtagen haben 1200 Köche 100 Rinder und 500 Schafe zubereitet.
Nun stehen die 20 Schornsteine still und zwischen den alten Küchengeräten ist eine Glas-, Silber- und Porzellanwarensammlung zu entdecken.
Im zweiten Hof befindet sich auch der Eingang zum sehenswerten Harem. Dieser labyrinthartige Gebäudekomplex mit mehr als 300 Räumen und 6700 m2 ist eigentlich wiederum eine eigene Stadt für sich.
Erbaut wurde er im 16Jh, die letzte Frau verließ ihn 1909. Bis zu 500 Frauen waren hier – inmitten protzigen Luxus und dunklen, schmalen Korridoren- eingesperrt und unterstanden der Sultansmutter.
Durch den Goldenen Weg – der Sultan streute seine Frauen hier Goldstücke auf den Boden- gelangten wir schließlich wieder ins Freie und in den dritten Hof.

Gleich beim Eingang des dritten Hofs befindet sich der Thronsaal für Empfänge. Inmitten des Hofs liegt die Bibliothek, die einst 13000 Handschriften beherbergte.
Außerdem war hier die Palastschule untergebracht, die nun vielerlei Sammlungen beherbergt.
Wir sahen die Porträtsammlung der Sultane; die Sammlung des Heiligen Mantels des Propheten, die gleichzeitig eine muslimische Pilgerstätte ist, wo ein Geistlicher Koranpassagen rezitierte; die Sammlung der1300 Sultansgewänder und die fantastische Schatzkammer.
Die Schatzkammer ist in vier Sälen untergebracht, wobei jeder Saal unvergleichliche Reichtümer beherbergt.
Beispielsweise sahen wir einen Thron mit 20000 Perlen bestückt oder einen Kerzenständer mit 6666 Diamanten. Weltberühmt ist der Topkapi-Dolch mit Knauf und Scheide aus Gold und einer Verzierung aus Diamanten und Smaragden.
Ein weiteres Kleinod ist der Löffler-Diamant, 86 Karat und damit der fünftgrößte Diamant der Welt. Angeblich soll ihn einst ein Fischer gefunden haben, der ihn gegen drei Löffel eintauschte.

Der vierte Hof ist eine terrassenförmig angelegte Parkanlage. Von hier aus genießt man –bei Schönwetter – einen herrlichen Blick auf die Stadt und das Meer.
Blickfang ist ein goldverkleideter Bronzebaldachin aus 1640. Hier speiste einst der Sultan mit Blick auf seine Stadt. Besonders schön sind auch der Revan Pavillon und der Bagdad Pavillon. Beide sind äußerst zart und kunstvoll gearbeitet, die Säulengänge bestehen aus verschiedenfarbigem Marmor und sind reich verziert.

Überwältigt von diesem Kulturschatz begaben wir uns nun langsam wieder durch die wuchtigen Tore zurück zum Ausgang.
Vom ersten Hof zweigten wir Richtung Archäologisches Museum ab.
Konnte es zum Topkapi Palast noch einen Vergleich geben? Ja – das archäologische Museum von Istanbul ist ein ganzer Komplex aus Bauwerken, 1896 gegründet und immer wieder vergrößert. Die schier unendliche Menge an Ausgrabungsgegenständen findet kaum Platz in den riesigen Hallen. Hier könnten Freunde der Archäologie Tage verbringen. Leider hatten wir nur einen Nachmittag Zeit.
Wir begannen unseren Rundgang im altorientalischen Bereich mit Funden aus der Hethiter Kultur (Hattusa) und Mesopotamien.
Daneben befindet sich der Cinili Kösk, mit Ausstellungsstücken aus osmanischer Zeit, beispielsweise schöne Kacheln oder ein prächtiger Mihrab.
Nun begaben wir uns ins Hauptgebäude mit seinen 3 Geschoßen und besichtigen Marmorsarkophage, hellenistische Skulpturen und Büsten, filigrane Schmuckstücke, Mosaike und weitere zahlreiche Grabungsfunde, darunter Keilschrifttafeln, Votivgaben und Glaswaren.
Um 17h schloss das Museum schließlich und wir hatten uns nur einen überblicksmäßigen Eindruck verschaffen können.

Zu Fuß wanderten wir nun zum Hafen und aßen dort zu Abend. Da wir noch nicht zum Hotel zurück wollten, setzten wir uns in die Straßenbahn und fuhren bis zur Station Laleli. Von dort marschierten wir ein Stück den Atatürk Boulevard bergauf bis wir schließlich vor dem mächtigen Valens-Aquädukt standen. Dieser zweigeschossige Arkadenbau wurde im 4 Jh. errichtet und war einst 1 km lang.

Zum Abschied und natürlich zum Aufwärmen setzten wir uns schließlich in ein Kaffeehaus und naschten leckere Erdbeertörtchen.
Zurück im Hotel packten wir unsere Sachen und fielen erschöpft von den vielen, großartigen Eindrücken des heutigen Tages in unsere Betten.

Am nächsten Morgen genossen wir ein letztes Mal vom Frühstücksraum den nebeligen Blick auf das Marmarameer. Auch heute schüttete es in Strömen.
Dann packten wir den Rest unserer Kleidung und gingen zur Straßenbahnhaltestelle. Den gleichen Weg, wie wir hergekommen waren, fuhren wir nun zurück zum Flughafen.
Um 11.05h hob unsere Maschine schließlich ab und um 12.40h landeten wir bei herrlichem Sonnenschein in Wien. Angeblich war es zu Hause die ganze Woche über schön gewesen!


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