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4. Tag 2.2.2004:Marmaris - Halbinsel Resadiye - Knidos - Fethiye

Den heutigen Tag wollten wir auf der Halbinsel Resadiye verbringen. Diese westlich von Marmaris beginnende Landzunge zeigt wie ein Finger ins Meer und teilt Ägäis und Mittelmeer. An der äußersten Westspitze der Halbinsel befinden sich die Ruinen der antiken Stadt Knidos.

Nach dem köstlichen, typisch türkischen Frühstück, das aus Tee, weißem Brot, Schafskäse, Oliven, Tomatenscheiben, Butter und Honig bestand, verließen wir Marmaris. Die touristische Hochburg Marmaris ist in den Wintermonaten ziemlich ruhig, obwohl sie 300 Sonnentage im Jahr auszeichnen. Einst war Marmaris ein verschlafenes Fischerdörfchen, 1957 wurde beinahe das gesamte Stadtgebiet vollständig zerstört. Heute ist die Stadt komplett neu aufgebaut und besitzt den größten Jachthafen der Türkei, mit 750 Liegeplätzen.

Eine schmale, gewundene Bergstraße führt durch die Halbinsel Resadiye, die ein Geheimtipp für Touristen ist. Immer wieder konnten wir traumhafte Blicke auf einsame Buchten, schroffe Berge und mit Kiefern gesäumte Schluchten werfen. Viele Dörfer entlang der landschaftlich abwechslungsreichen Strecke sind noch ursprünglich und natürlich. Unterwegs kehrten wir in ein kleines Restaurant mit ungefähr 4 Tischen ein und genossen gute türkische Hausmannskost.

Der Hauptort der Halbinsel ist die Kleinstadt Datca. Sie liegt 80 km westlich von Marmaris und ist vor allem bei Seglern beliebt. Schön langsam kehrt auch hier der Tourismus ein, einige Souvenirläden gibt es bereits.

Die schmalste Stelle der Halbinsel ist nur 800 Meter breit. Die Einheimischen nennen sie "den Ort, den die Fische überspringen". Hier meldete sich auch mein Handy zu Wort, ich bekam eine SMS mit den Worten "Willkommen in Griechenland!".

Nach Datca wurde die Straße immer schlechter und ging schließlich in einen Feldweg über, der sich entlang einer Bergflanke hoch über dem Meer dahinschlängelte. Glücklicherweise sind wir alle schwindelfrei. Der arme Mietwagen wurde nun bis zum Äußersten gequält. Die unzähligen Kehren, die äußerst schlechten Fahrverhältnisse und der plötzlich querende Wasserfall kosteten auch Stefan, der am Steuer saß, einige Nerven. Schließlich wurde es uns allen zuviel und wir ließen das Auto am Fahrbahnrand stehen.

Nach ca. einstündiger Wanderung erreichten wir schließlich den westlichsten Zipfel der Halbinsel. Hier, wo sich Ägäis und Mittelmeer küssen, befinden sich die Reste der antiken Stadt Knidos. Auch hier war es menschenleer, nicht einmal ein Aufseher ließ sich blicken. Knidos wurde im 4 Jh v. Chr. auf einer kleinen Siedlung erbaut und hatte 2 Häfen. Berühmt war Knidos als Kurort und für eine Ärzteschule. Außerdem war die Stadt schon in damaliger Zeit wegen ihrer nackten Aphrodite-Statue ein begehrtes Reiseziel. Warum Knidos verlassen wurde ist bis heute nicht belegt, wahrscheinlich wurde die Stadt Ziel eines Angriffes von Arabern oder durch ein Erdbeben zerstört. Die antike Stadt klebte terrassenartig zwischen zwei Höhenzügen und besaß wie Priene ein regelmäßiges Straßennetz. Gleich ins Auge fällt das Theater, von dem wir einen ersten grandiosen Blick aufs Meer werfen konnten. Überhaupt zog uns die gesamte Ausgrabungsstätte sehr in ihren Bann, der Hauch der Geschichte ist überall spürbar und die schroffe Landschaft trägt zur Faszination erheblich bei. Um die gesamte Anlage zu erkunden, stiegen wir langsam bergauf. Am höchsten Punkt, den wir erklommen, befinden sich die Grundmauern eines Tempels, der wahrscheinlich Aphrodite geweiht war. Der Blick, den wir von dort oben zurückwarfen, war unbeschreiblich schön. Unter uns lagen die Reste der Stadt und das in verschiedensten Blautönen schimmernde Meer. Eine Aussicht, die wir sicher nicht so schnell vergessen werden!

Nach dem Fußmarsch retour zum Auto lasen wir im Reiseführer, dass in den Sommermonaten regelmäßig Ausflugsboote von Marmaris oder Datca nach Knidos fahren. Zwischendurch wird in den einsamen Buchten, die wir von oben betrachtet hatten, zum Baden gehalten. Ein Ausflug, den wir bei unserer nächsten (Sommer)Türkeireise sicher machen werden.

Abends gelangten wir wohlbehalten - trotz eines sehr gefährlichen Überholmanövers eines anscheinend lebensmüden türkischen Autofahrers - nach Fethiye. Wir ließen unser Auto stehen und suchten zu Fuß ein Hotel zum Übernachten. Die Unterkunft, die wir schließlich nach längerem Suchen endlich fanden, war leider nicht besonders schön. Die Zimmer waren alt, stinkend und abgewohnt, das Bad modrig. Am Schlimmsten waren allerdings die Zusatzdecken, die anscheinend schon seit Jahren nicht mehr gewaschen worden waren. Schon diese eine Nacht war schlimm, eine weitere hätten wir keinesfalls ausgehalten!


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