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4ter Tag - 30.5.2007 - Barri Gotic – Museu d’Historia de la ciutat – Eixample – Casa Batllo – La Pedrera – Parc Güell

Wie gewöhnlich standen wir um 7h auf und erfreuten uns an dem tollen Frühstück und der zauberhaften Aussicht vom Restaurant des Hotels.
Auch heute lachte die Sonne auf uns nieder und begleitete uns zuerst ins Barri Gotic.
Dieses mittelalterliche Zentrum bildet einen scharfen Kontrast zum modernen Barcelona, welches wir gestern erkundet hatten.
Ein Gewirr aus engen und verwinkelten Gassen und kleinen, romantischen Plätzen erweckt die Abenteuerlust.

Zuerst gelangten wir auf den kleinen, geschlossenen Platz „Placa Reial“, der angeblich der schönste seiner Art in Barcelona ist. Umgeben ist er von klassizistischen Häuserfassaden und breiten Arkaden, sein mediterranes Flair erhält er durch zahlreiche Palmen und eine schönen Brunnenanlage im Zentrum.

Mit dem Stadtplan ausgerüstet begaben wir uns nun in das Herz des alten Viertels, in dem man sich sehr leicht verlaufen kann!
Besonders anziehend ist zweifellos die verspielte „Seufzerbrücke“, die der gleichnamigen Brücke in Venedig nachempfunden ist, allerdings erst 1920 errichtet wurde.

Schließlich erreichten wir die auf dem 12 Meter hohen Mont Tabor gelegene gotische Kathedrale Santa Eulalia. Sie wurde im Jahr 1298 an der Stelle eines romanischen Baus errichtet, angeblich stand hier schon ein römischer Tempel.
Besonders romantisch und lieblich ist der Kreuzgang der Kathedrale gestaltet. Ein üppiger Garten mit Palmen und plätscherndem, moosbewachsenen Brunnen lädt zum längeren Verweilen ein.
Der Innenraum der Kathedrale besticht vor allem durch seinen prächtigen, golden glänzenden Chor.

Nun wollten wir zu den Wurzeln der Stadt vordringen und entschlossen uns daher zu einem Besuch des Museums „Museu d’Historia de la Ciutat“
Im Keller des Museums für Stadtgeschichte wurden die Reste der römischen Stadt Barcino freigelegt. Gläserne Stege führen über römische Gassen, Reste von Werkstätten, Thermen und Wohnhäusern. Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und das Leben der damaligen Zeit wieder lebendig werden lassen.
Dabei hilft auch ein sehr guter Audioguide. Leider war fotografieren verboten.
Im Obergeschoß des Museums befindet sich der beeindruckende romanische Thronsaal „Tinel“ von 1370, Teil des früheren Königspalastes. Hier wurde der aus Amerika zurückgekehrte Kolumbus in allen Ehren empfangen. In späterer Zeit fand die Inquisition in diesem tonnengewölbten Saal statt
Daneben befindet sich die Capella de Santa Agata, die königliche Palastkapelle.
Das Museum ist ein Muß für jeden Geschichtsinteressierten!
Der einstige Innenhof des Königspalastes, der ummauerte Placa del Rei, strahlt ein einzigartiges Ambiente aus und hielt uns zu einer kleinen Pause an.

Von hier aus wanderten wir weiter durch die schmalen Gassen zu einem Espandrillo-Shop, der angeblich ein Geheimtipp sein sollte. Davon merkten wir leider nichts. Der kleine Laden war voll mit kaufwütigen Touristen und Einheimischen, sodass wir den Schuhkauf bald aufgaben.

Über den Placa de Catalunya gelangten wir mittags in das Viertel Eixample. Dieser Stadtteil aus der Mitte des 19 Jhs. ist das Viertel der Modernisme und vor allem wegen seines schachbrettartigen Grundrisses bekannt. Die aus dem Raster entstandenen Häuserblocks haben eine exakte Seitenlänge von 133,33 Metern und sind an den Ecken abgeschrägt.
Die größte Konzentration an modernistischen Bauwerken findet sich im „Quadrat d’Or“, dem goldenen Quadrat. Hier stößt man auf Schritt und Tritt auf ausgefallene, bemerkenswerte Gebäude mit liebevoll gestalteten Details.
Eines dieser baulichen Glanzstücke ist das von Gaudi erbaute Casa Batllo. Es wurde 1904-1906 für den Textilfabrikanten Battlo gestaltet und beeindruckt durch seine weich geschwungen, organisch anmutenden Formen. Vergeblich sucht man hier eine gerade Linienführung. Auch die Inneneinrichtung trägt Gaudis Handschrift und zeugt von einer Fülle an architektonischen Details, die uns immer wieder zum Erstaunen brachten. Ganz besonders fantasievoll ist die Kaminlandschaft am Dach des Hauses gestaltet. Zahlreiche, bunte „Feentürme“ ragen in den blauen Himmel und runden den Besuch des architektonischen Juwels glanzvoll ab.
Die Casa Battlo ist ein Teil der Häuserfront „Manzana de la Discordia“, was soviel wie „Streitapfel“ bedeutet. Hier befinden sich noch zwei weitere, surrealistische Gebäude der Modernisme, und zwar das Casa Lleo Morea (1905 erbaut) und das Casa Amattler (1898 erbaut). Leider sind diese beiden anderen Häuser nur von außen zu besichtigen.

Nach diesem wundervollen Zwischenstopp spazierten wir weiter zum „La Pedrera“, auch Casa Mila genannt.
Auch dieses Mietshaus wurde von Gaudi erbaut, in den Jahren 1906 bis 1910. Seine unregelmäßige Fassade fällt schon von weitem auf. Fast alle Zimmer des Hauses bieten Tageslicht, was zu der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich war. Im ersten Stock konnten wir eine voll eingerichtete Wohnung im Stil der damaligen Zeit besichtigen, das Dach beherbergt eine schöne Kaminlandschaft.
Auch dieses Vermächtnis von Gaudi ist äußerst beeindruckend, doch weitaus weniger fantasievoll gestaltet als das Casa Battlo.

Nun meldete sich unser Magen mit ungewöhnlicher Härte zu Wort.
Vergeblich suchten wir nach einem geeigneten, nicht zu teurem Lokal. Schließlich fielen wir schon etwas missmutig bei einem Mexikaner ein. Der hatte anscheinend großes Mitleid mit uns müden, verhungerten Mädels, denn obwohl die Küche geschlossen hatte, zauberte er uns ein wunderbares Menü, das unsere Laune wieder bedeutend aufhellte.

Nach einer langen Rast entschieden wir uns, den Abend im Parc Güell zu verbringen.
Mit der Metro L4 bis Station Joanic und dem Bus 116 gelangten wir in die Parkanlage von Gaudi.
1900 beauftragte der Industrielle Eusebi Güell Gaudi zum Bau einer Gartenstadt mit 60 Villen, in der Wohnen und Natur im Gleichklang stehen sollte. Zur Finanzierung sollten die Grundstücke schon im Vorfeld verkauft werden. Dieser Plan misslang aber, da nur 2 Parzellen verkauft wurden. Daher ist der hügelige Park heute eine Märchenlandschaft aus surrealen Säulen, ausgedehnten Treppen und Wegen und einer aus Bruchkeramik hergestellten „Endlosbank“ mit weiten Ausblicken auf die Stadt.
Das Wahrzeichen und berühmteste Fotomotiv ist aber der aus bunten Mosaiksteinen bestehende kleine Drache im Eingangsbereich des Parks.

Müde erreichten wir schließlich um 21h unser Hotel und beendeten diesen ereignisreichen Tag.


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