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dritter Tag - 1.4.2009 - Largo da Graca – Sao Vicente de Fora - Museu de Artes Decoratives - Alfama – Se – Teatro Romano – Basilica da Estrela – Cemiterio dos Prazeres – Sao Bento Palacio

Morgens fuhren wir mit einer ganz leeren alten Straßenbahn Nr 28 auf die Rua da Graca. Allerdings wussten wir nicht, dass es wirklich die Nr 28 war, denn vorher stand 12 auf der Anzeigetafel. Der Fahrer winkte uns auf unsere Frage hin jedoch weiter, sodass wir etwas verwirrt Platz nahmen.
Unerwartet hielt er in einer Kurve an und sprang hektisch aus seinem Sitz. Plötzlich tauchten einige Männer hinter der Straßenbahn auf und redeten durcheinander. Ängstlich drehten wir uns um – wir waren noch immer die einzigen Fahrgäste – und sahen, dass sich der Bügel von der Stromleitung gelöst hatte. Anscheinend ging die Tür auch nicht auf, denn der Fahrer sprach durchs Fenster mit den Männern. Schließlich und endlich war der Bügel wieder an der richtigen Stelle, was der Fahrer anscheinend mit einem großen Spiegel nochmals nachkontrollierte.
Nach diesen Schreckminuten ging die Fahrt friedlich weiter und wir erreichten unser erstes Tagesziel, den Largo da Graca.

Von hier aus schlenderten wir gemächlich etwa 10 Minuten bergauf zum Aussichtspunkt Miradouro Nossa Senhora do Monte. Dieser am höchsten gelegene Miradouro der Stadt liegt etwas abseits der Touristen-Pfade. Er ist idyllisch an einer kleinen Kirche gelegen und bietet einen außergewöhnlichen Blick auf die Festung, den Fluss Tejo und die Brücke des 25 April, welche 1966 erbaut wurde und seinerzeit die längste Hängebrücke Europas war.

Anschließend gingen wir bergab durch eine ruhige Wohngegend zum nächsten Aussichtsplatz, dem Miradouro da Graca. Hier gibt es ein lauschiges Cafe, von dem man eine tolle Sicht auf das Kastell genießen kann. Allerdings war es am Vormittag noch nicht geöffnet und wir waren die einzigen Besucher.

Unser nächster Stopp war das Kloster Sao Vicente de Fora. Geweiht ist das einst außerhalb der Stadtmauern gelegene Gotteshaus dem Hl. Vinzenz, dem Schutzpatron Lissabons. Es wurde im italienischen Barockstil erbaut und beherbergt wunderschöne blau-weiße Fliesenarbeiten und ist die letzte Ruhestätte zahlreicher portugiesischer Monarchen.
Im Untergeschoß verdient eine alte Wasserzisterne einen Besuch, im Obergeschoß sind Fabelszenen von La Fontaine als große Fliesenmotive zu bewundern.
Die Kunst der Keramikfliesenherstellung und Dekoration kam mit den Mauren im 14 Jh nach Portugal, die Motive werden Azulejos genannt. Sie waren traditionell in blau-weiß gehalten, nach und nach wurden sie jedoch farbenprächtiger. Heute sind die Kacheln in jedem Winkel der Stadt zu entdecken und erfreuen das Auge des Betrachters.
Auf der Terrasse im Oberstock genossen wir eine kurze Pause, bevor wir weiter die Stadt durchstreiften.

Kurze Zeit später erreichten wir den Miradouro das Portas do Sol, eine Aussichtsterrasse über dem Viertel Alfama. Den Platz beherrscht eine Statue des Hl. Vinzenz, die majestätisch über der Stadt wacht. Leider wurden wir hier schnell vertrieben durch eine äußerst aufdringliche Bettlerclique.

Gegenüber des Aussichtspunktes befindet sich der Palacio Azurara aus dem 17 Jh. Er beherbergt heute das Museu-Escola de Artes Decoratives, ein Museum mit prächtigen Möbeln und Gemälden, welches das damalige, häusliche Leben der Aristokraten widerspiegelt.
Leider ist fotografieren in den Räumlichkeiten nicht erlaubt.

Das am meisten verwinkelte und geschichtsträchtigste Stadtviertel Lissabons ist zweifellos die Alfama. Beim großen Erdbeben von 1755 wurde dieser Stadtteil glücklicherweise verschont. Zur Zeit der Mauren befand sich hier das Stadtzentrum, welches nach orientalischem Vorbild labyrinthartig, mit zahlreichen Sackgassen und Bogengängen erbaut wurde. Die engen Gässchen lassen noch heute wenig von der Mittagshitze herein, und zwischen den Häuserfluchten öffnen sich immer wieder blumengeschmückte, beschauliche Plätze mit blubbernden Brunnenanlagen.
Unser Reiseführer warnte uns vor der Gefahr, sich hier hoffnungslos zu verlaufen, sodass wir uns immer streng bergab hielten.

Schließlich –nach einer längeren Mittagspause - gelangten wir zum Zentrum der Altstadt, der Kathedrale Lissabons, der Se.
Sie steht auf den Überresten der ältesten Gebäude der Stadt, wo zahlreiche Völker ihre Spuren hinterließen. Die Bauarbeiten begannen 1147, ihre noch heute streng wirkende Fassade erhielt sie bei einem Umbau im 14 Jh.
Auch das schlichte Innere der Kathedrale wirkt durch die wuchtigen, dunklen Mauern mystisch und ernst.

Ganz in der Nähe der Kathedrale befinden sich die spärlichen Überreste eines römischen Theaters. Das Teatro Romano ist das einzig bisher entdeckte römische Theater in Portugal und bot einst bis zu 5000 Zusehern Platz. Rund um die Anlage ist ein kleines Museum errichtet, welches einige Ausgrabungsstücke zeigt.

Unser Reiseführer empfahl uns einen Ausflug mit der nostalgischen Straßenbahn Nr. 28 bis zum Friedhof Prazeres.
Diesen Tipp hatten wir in unser Reiseprogramm aufgenommen, sodass wir nun die besagte Straßenbahn bestiegen. Wie schon vorher erwähnt ist Straßenbahn fahren in Lissabon wirklich ein Abenteuer. Wenn die alten Gefährte einmal doch auftauchen und man sich mit viel Glück noch hineinzudrängen schafft, kann man sich noch keineswegs sicher sein, in der richtigen Bahn zu sitzen. Manchmal ändern sie einfach aus unerfindlichen Gründen ihre Routen oder sie bleiben stehen, Stromausfälle dürften an der Tagesordnung sein. Falls alles glatt läuft, hat man das Gefühl, mitten in einem Rennen zu sein. Enge, serpentinenartige Kurven werden mit mörderischem Tempo genommen, in den schmalen Gassen müssen sich sogar Fußgänger schnell in Hauseingänge flüchten. Geht es bergab, werden die alten Bremsen sehr geschont.
Dementsprechend dankbar ist der vorsichtige Tourist, wenn er unbehelligt sein Ziel erreicht hat!

Wir verließen das scheppernde Gefährt bei der Basilika Estrela. Das imposante, strahlendweiße Gotteshaus mit seiner zweistöckigen Fassade wurde 1788 fertig gestellt. Den wuchtigen Innenraum dominieren verschiedenfarbige Marmortöne und eine beeindruckende Kuppel.
Gegenüber der Kirche befindet sich der Jardim da Estrela, eine große und schattige Parkanlage mit exotischen Blumen, verspielten Teichanlagen und einem gusseisernen Pavillon. Einfach wunderbar zum Entspannen und Eis essen geeignet!

Nach einer weiteren Fahrt mit der klapprigen Straßenbahn 28 erreichten wir schließlich die Endhaltestelle Prazeres. Dieses Stadtviertel ist schon außerhalb des Stadtzentrums gelegen und beherbergt einen großen Friedhof.
Dieser besteht seit 1833 und ist die letzte Ruhestätte zahlreicher Persönlichkeiten Portugals. Wie kleine Häuser reihen sich die marmornen Grabstätten aneinander. Manche von ihnen haben sogar Vorhänge und Fenster. Die Stille dieses Ortes und das sanfte Vogelgezwitscher lässt einen beinahe vergessen, inmitten in einer Großstadt zu sein.
Unser letzter Besichtigungspunkt des heutigen Tages war der Sao Bento Palast. Hier befindet sich der Sitz des portugiesischen Parlamentes und die offizielle Residenz des Premierministers.
Das wuchtige, neoklassizistische Gebäude thront eindrucksvoll über den schmalen Gassen der Stadt. Der breite Treppenaufgang wird flankiert von zwei marmornen Löwenskulpturen. Die weiße Hauptfassade beherbergt eine Arkade und einen Ziergiebel mit Veranda nach griechisch/römischem Vorbild.

Den Abend verbrachten wir gemütlich im Hard Rock Cafe der Stadt, welches sich gleich gegenüber dem Hotel am Restauradores Platz befindet.


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