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sechster Tag - 4.4.2009 - Museu Nacional do Azulejo – Ausgrabungen in der Bank Comercial – Ausgrabungen der Se –Parque das Nacoes –Oceanario – Elevador da Bica – Miradouro Santa Catarina – Cais do Sodre Viertel

Eigentlich wollten wir bereits um 9h die römischen Ausgrabungen im Gebäude der Banco Comerical Portugues besichtigen, allerdings standen wir vor verschlossenen Türen und entnahmen dem daneben hängenden Schild, dass die Führung heute erst um 12h stattfinden sollte.
Daher änderten wir kurzfristig unsere Pläne und nahmen vom Praca da Comercio den Bus 794 zum Museu Nacional do Azulejo.
Da sich das Museum etwas außerhalb des Zentrums befindet, wussten wir nicht genau, wo wir aussteigen sollten. Schließlich glaubten wir, an der richtigen Stelle zu sein und wollten den Bus verlassen, als uns eine Dame lautstark auf portugiesisch und mit vielen Gesten erklärte, wir hätten noch eine Station weiter zu fahren. Dankbar gestikulierten wir zurück und standen schließlich vor dem richtigen Gebäude.
Das Museum öffnete erst um 10h, sodass wir noch etwas Zeit hatten, die wir auf einer schattigen Bank vor dem Gebäude verbrachten und uns ausmalten, was uns hier –im angeblich schönsten Museums Lissabons - wohl erwartete.
Das Gebäude war ehemals ein Kloster der Franziskaner, welches 1509 gegründet wurde. Seit 1971 befindet sich hier das Fliesenmuseum. Das Wort Azulejos stammt vermutlich aus dem arabischen und bedeutet „polierter Stein“.
Zuerst erfährt man, wie Fliesen hergestellt werden und dass ein typisches Azulejos 14,5 x 14,5 cm groß sein sollte.
Dann werden die verschiedenen Bemalungstechniken vorgestellt und Muster von Fliesenbildern gezeigt.
Anschließend betritt man die prunkvolle Kirche Madre de Deus, deren prächtige, vergoldete Holzarbeiten strahlen und gewaltige Fliesenbilder aus abertausend Azulejos einen zum Staunen bringen.
Von hier aus wandert man weiter durch zahlreiche Räume mit dekorativen, sowohl blauen, als auch bunten Azulejos. Verschiedenste Szenen des täglichen Lebens wurden auf Fliesenbildern verewigt. Sogar ein ganzes, 23 Meter langes Stadtpanorama von 1700 kann man bewundern. Am Schluss gibt es noch einige moderne Arbeiten zu sehen.

Anschließend begaben wir uns wieder zurück ins Stadtzentrum und schlenderten durch die Gassen. Kurz vor 12h betraten wir die Rua dos Correeiros und besichtigten im Untergeschoß der Banco Comercial interessante römische Ausgrabungen, die beim Umbau des Bankgebäudes 1991 entdeckt wurden.
Einst stand hier ein Fabriksgebäude, welches Fisch mit Salz und Kräutern zu einer Fischsauce verarbeite und diese danach ins gesamte römische Reich exportierte. Außerdem sind ein Teil einer Nekropole und eine Keramikwerkstätte zu sehen.

Da wir im Reiseführer entdeckt hatten, dass es in der Kathedrale, der Se, ebenfalls Ausgrabungen zu entdecken gibt, fuhren wir nun nochmals hin und kauften Tickets für den Kreuzgang.
Innerhalb der romanisch-gotischen Säulenreihen fanden archäologische Grabungen statt, die Schicht für Schicht die unter der Kathedrale befindlichen Gebäude freilegten. Zu sehen sind Reste von römische Straßen und Läden, Entwässerungskanäle, mittelalterliche Brunnen und Teile eines islamischen Gebäudes, welches noch rote Farbreste vorweist.

Genug der Entdeckungstouren durch das alte Lissabon, wollten wir nun die neue, moderne Stadt ein bisschen kennen lernen.
Dafür bestens geeignet ist das im Osten der Stadt gelegene Viertel Parque das Nacoes („Park der Nationen“)
Hier befand sich das Ausstellungsgelände der Expo 98 mit dem Thema „ Die Ozeane, ein Erbe für die Zukunft“. Seither ist das ehemalige Industriegebiet ein elegantes Stadtviertel mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, modernen Bürogebäuden und schicken Promenaden am Tejo.
Im Zentrum dieses Gebietes liegt der mit unzähligen, weißen Streben sehr futuristisch anmutende Hauptbahnhof Lissabons, der Gare do Oriente.
Von diesem gelangten wir direkt in das Einkaufszentrum Vasco da Gama mit vielen internationalen Läden.
Westlich davon steht der runde Pavilhao Atlantico, der 20000 Besuchern Platz bietet und für Messen, Konzerte etc. genutzt wird. Wir spazierten weiter Richtung Tejo und genossen das rege Treiben, hauptsächlich Familien verbrachten den Samstagnachmittag hier.

Auf einer Insel im Tejo ruht das Oceanario, eines der größten Aquarien der Welt. In seiner Mitte befindet sich ein riesiger, verglaster Salzwassertank mit Haien, Rochen und unzähligen Schwärmen kleinerer Fische. Rund um diesen Tank gruppieren sich 4 weitere Bereiche, die die Lebensräume des Atlantiks, der Antarktis, des Pazifiks und des Indischen Ozeans darstellen.
Possierlich watscheln Pinguine durch den 12°C Bereich der Antarktis, im Gebiet des Indischen Ozeans zwitschern Vögel, tropische Fische und bunte Korallen zeigen die Vielfalt des Lebens. Wohl der Liebling aller Besucher ist ein Otter-Pärchen im Pazifik-Teil des Aquariums. Verspielt und drollig tummeln sie sich im Wasser umher und verleiten zu einem längeren Aufenthalt. Ununterbrochen werden Kameras gezückt um jede Bewegung der niedlichen Tierchen einzufangen.
Etwas ruhiger geht es beim Mangrovenwald zu, wo man Schlammspringer beobachten kann.

Hinter dem Oceanario führt eine Seilbahn dem Tejo entlang. Natürlich wollten wir uns dieses Vergnügen auch nicht entgehen lassen und schwebten so lautlos über dem Wasser bis hin zum 145 Meter hohen Torre Vasco da Gama. Dieser Turm wurde für die Expo 98 als Symbol der Seereisen des 15 Jhs erbaut. Im Moment wird er gerade zum Luxushotel umgestaltet.
In der Ferne konnten wir die riesige 1998 erbaute Ponte Vasco da Gama erspähen, eine 17,2 km lange Hängebrücke, wovon 11 km den Tejo überspannen.

Zurück wanderten wir über die Promenade entlang des Tejo. Hier gibt es angenehme, schattige Parkanlagen, bei denen auch Wasser das dominierende Element darstellt. Schließlich entspannten wir in einem Cafe, bevor wir wieder mit der Metro in das Stadtzentrum zurückfuhren.

Abends spazierten wir durch die Gassen des Bairro Alto, bis wir schließlich die dritte der Standseilbahnen Lissabons, den Elevador da Bica, sahen. Wie jeder der alten Aufzüge, war auch dieser von zahlreichen Fotografen umringt. Er stammt aus dem Jahr 1892 und überbrückt auf 260 Metern eine Höhendifferenz von 45 Metern.
Leider ist man als blondhaarige Frau in Lissabon vor dreisten Anmachesprüchen einiger Männer nicht sicher, so auch hier. Fassungslos flüchtete Simone in den Elevador. Ich als Dunkelhaarige hatte während der ganzen Reise Ruhe. Irgendwo haben wir gelesen, bei blonden Frauen brennen sämtliche Sicherungen der einheimischen Männer durch. Wir können das nur bestätigen!
Langsam bahnte sich der Elevador seinen Weg durch das schmale Gässchen. Die Talstation befindet sich im Viertel Bica, welches im Reiseführer gemeinsam mit dem Hafenviertel Cais do Sodre wegen seiner guten Ausgehmöglichkeiten gelobt wird.

Da wir jedoch keine Lust auf laute Lokale und weitere schmachtende Männer hatten, wanderten wir zum Miradouro Santa Caterina.
Von hier aus kann man einen schönen Blick auf die Brücke des 25 Aprils genießen, allerdings war es schon ziemlich dunkel. Außerdem war der Aussichtspunkt von einer Schar Jugendlicher mit Bierflaschen bevölkert, die uns nicht sehr geheuer waren. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch andere Rauschmittel die Runde machten. Die Gitarrenmusik klang jedenfalls sehr schräg, sodass wir nur für einen kurzen Moment stehen blieben.
Mittlerweile war es komplett dunkel geworden, und wir versuchten so schnell wie möglich die Viertel Bica und Cais do Sodre, welche uns eher ängstigten, zu verlassen.

Endlich wieder in der Innenstadt, machten wir noch einige Fotos von schön beleuchteten Gebäuden, bevor wir müde das Hotel erreichten.
Heute war ich anscheinend so schachmatt, dass ich nicht einmal die täglich fahrende Müllabfuhr um drei Uhr morgens hörte.


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