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Vierter Tag - 26.11.2009: Süden der Insel La Digue und Nid d’Aigle

Heute war unser letzter Tag auf der beschaulichen Insel La Digue angebrochen.
Vormittags brachen wir auf, um den Süden des Eilandes zu erkunden. Vorbei an Bananenplantagen und inmitten eines farbenfrohen Dickichts folgten wir der gepflasterten Straße Richtung Grand Anse Strand. Es ist ein wunderbar schattiger Weg mit kleinen Häuschen am Straßenrand und vielen Radfahrern. Rundherum genossen wir das Vogelgezwitscher und beobachteten die frei laufenden Hühner, die hastig auseinander stoben, als der Müllwagen vorbei fuhr. Leider hatten wir das stinkende Gefährt nun länger vor uns, sodass wir uns ärgerten, nicht mit dem Rad gefahren zu sein.
Kurz vor der Bucht endet der befestigte Weg und man hört schon von weitem das Meer rauschen. Da dem breiten Strand kein Korallenriff vorgelagert ist, schlagen große Brecher ans Ufer, sodass das Baden nicht ganz ungefährlich ist.
Der Grand Anse ist einer der wenigen Strände, der weder Palmen noch Takamakabäume als Schattenspender aufweist. Einzig einige bizarr anmutende Felsen ragen eigensinnig aus dem Sand empor.
Am nordöstlichen Ende der Bucht beginnt ein kleiner Trampelpfad zum Petite Anse Strand. Der Weg führt zuerst eben durch verlassenes, zugewachsenes Farmland und mündet anschließend im Dschungeldickicht in eine Kreuzung, bei der man sich rechts halten muss. Nun geht es über Stock und Stein bergauf, wobei wir froh waren, unsere Wanderschuhe angezogen zu haben. Zahlreiche Touristen mit Badeschuhen mussten spätestens hier umkehren.
Nach einiger Zeit konnten wir unter uns die herrliche Küstenlinie erkennen, was sich natürlich zu einem Fotostopp geradezu anbot.
Kurze Zeit später erreichten wir die lang gezogenen Bucht, die ganz zu unrecht Petite = Klein heißt. Auch diese Küste ist wegen der gefährlichen Brandung eher zum Sonnenbaden als zum Schwimmen geeignet, punktet jedoch durch seine Einsamkeit und mit üppiger Natur.
Nach einer kurzen Pause gingen wir den Pfad weiter, der uns durch das dichte Gebüsch bergauf und anschließend bergab durch eine Graslandschaft zum Anse Cocos brachte.
Auf diesem wunderschönen, goldgelben Strand mit fotogenen Granitfelsen gesprenkelt, legten wir eine lange Badepause ein, denn das Schwimmen ist ungefährlich und die Abkühlung tut nach einer schweißtreibenden Wanderung sehr gut.
Von hier aus könnte man weiterwandern zur Anse Caiman Bucht, wir hatten jedoch genug gesehen und kehrten zum Grand Anse zurück. Am Rückweg wurden wir von einer Dame angesprochen, die sich hoffnungslos verlaufen hatte. Da wir uns glücklicherweise den Weg gemerkt hatten, gelangten wir problemlos retour zum Grand Anse.
Leider sind auf La Digue die Wanderwege meistens nicht markiert und außerdem ziemlich zugewachsen, daher braucht man viel Glück und pfadfinderisches Geschick, um den richtigen Pfad zu finden bzw. um am Weg zu bleiben. Zu allem Überfluss gibt es auch viele Abzweigungen im Dschungeldickicht, die ausschließlich zu den Palmbäumen führen und daher plötzlich im Nirgendwo enden. Es ist sehr ärgerlich, wenn man endlich –nach mehreren Fehlversuchen – sicher ist, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, um dann wiederum einige Zeit später vor einem undurchdringlichen Hindernis zu stehen.
Selten auf den Stränden der Seychellen findet man Restaurants oder andere touristische Einrichtungen.
Der Grand Anse ist jedoch eine Ausnahme, denn er beherbergt eine gemütliche, palmbedeckte Gaststätte, die warme Mahlzeiten und frisch gepresste Säfte anbietet. Wir fühlten uns hier im Loutier Coco sehr wohl und verbrachten die heiße Mittagszeit bei einem kühlen Cocktail.
Anschließend wollten wir weiter Richtung Süden gehen und suchten hinter dem Loutier Coco den Feldweg. Wir hatten ihn auch bald gefunden und wanderten vorbei an einem malerischen Wassertümpel hinein in den Wald. Durchs Buschwerk, über mehrere kleine Wasserläufe hinweg, ging es zuerst zum Pointe Canon, einem Felsvorsprung, der direkt ins Meer mündet. Zwei einsame Strandstücke folgten, bis wir schließlich den Grande L’Anse erreichten. Hier endete unser Weg, denn wir hätten – den Granitfelsen entlang- im Wasser waten müssen.
Jeder der Strände auf den Seychellen hat seinen eigenen Charme, dem Grande L’Anse ist beispielsweise eine kleine, bizarre Granitinsel vorgelagert, die die tobenden Wellen abwehrt. Wir genossen die Einsamkeit der Bucht und legten einen Badestopp zur Erholung ein. Den ganzen Strand hatten wir komplett für uns, denn niemand sonst hatte sich hierher verirrt. Ein wahrlich wunderbarer Ort, um die Seele baumeln zu lassen!
Schließlich wanderten wir zurück zum Grand Anse und folgten der Straße retour zu unserer Unterkunft.
Dort stockten wir unsere Vorräte auf und machten uns auf zur Besteigung des höchsten Berges der Insel - dem
Nid d’Aigle, was übersetzt “Adlernest” bedeutet. Laut unserem Reiseführer kann man vom 330 Meter hohen Gipfel einen atemberaubenden Blick über die Nachbarinseln genießen. Euphorisch erklommen wir zuerst die Ortschaft Belle Vue, die hoch über dem Hafen thront. Wir folgten dem Wegweiser entlang eines gewundenen Weges, bis wir uns schließlich bei einer Abzweigung rechts hielten. Links zeigte die Beschilderung zur Snackbar Belle Vue. Einige Kehren später endete die Straße und mündete in einen verwachsenen Pfad, der steil bergauf führte. Wir folgten diesem immer weiter bergan. Manchmal war er eher zu erahnen und nicht selten mussten wir Baumstämme überklettern, Granitfelsen umrunden und Gestrüpp ausweichen. Schließlich war vom Gipfel noch immer nichts zu sehen und es ging weiterhin aufwärts und wurde immer beschwerlicher. Diese Plackerei hatte der Reiseführer nicht erwähnt! Schließlich merkten wir, dass wir uns verlaufen hatten und es sicherlich einen einfacheren Weg zum Gipfel gibt. Da es schon langsam dunkel wurde, kehrten wir sicherheitshalber um. Obwohl wir wandererfahren sind, war es auch beim Zurückgehen nicht einfach, den Trampelpfad zu erspähen. Schließlich kamen wir doch wohlbehalten auf der Straße in Belle Vue an und schlenderten langsam zu unserer Unterkunft zurück.
Müde und mit schweren Beinen ließen wir uns schlussendlich in die Betten fallen.
Später erfuhren wir, dass nichteinmal die Einheimischen die Dschungelpfade auf den Gipfel kennen und es einen leichteren Weg gibt, der bei der Snack Bar Belle Vue startet.


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