Bild zurück schließen vergrößern Bild vorwärts
lade...
Wird geladen...
 
     
Logo Maskottchen
Du befindest Dich hier: Home > Reisen > China > Die Naturwunder Chinas > Tag 10

10. Tag - 8.9.2005: 3-Schluchten - 3 kleine Schluchten - 3 Minischluchten

Heute wurden wir bereits um 5.15h geweckt. Verschlafen begaben wir uns an Deck, um die Durchfahrt durch die erste der "3 Schluchten", die "Qutang-Schlucht", nicht zu versäumen. Leider konnten wir nicht besonders viel sehen, da es noch stockdunkel war, die Umrisse der Felsformationen vermochten wir daher mehr zu erahnen als zu erkennen.
Die Qutang-Schlucht (Blasebalg Schlucht) ist mit 8km Länge die kürzeste der 3 Schluchten, die engste Stelle beträgt 50 Meter.

Frühstück gab es um 7h, anschließend erreichten wir die Stadt Wushan. Hier legte das Schiff an und wir machten uns auf den Weg zu kleineren Motorbooten, die uns durch die "3-kleinen-Schluchten" des Daning-Flusses, eines Nebenflusses des Jangtse, bringen sollten.
Jedoch gab es bei der Ticketkontrolle einige Probleme, man wollte unsere zuvor ermäßigt gekauften Tickets nicht akzeptieren und ich wurde von 2 wildgewordenen Chinesinnen gestoppt, ziemlich grob am Arm gepackt und auf chinesisch angebrüllt! Da ich zu diesem Zeitpunkt die Ursache dieses Ausbruchs noch nicht kannte, war ich eher verwirrt als verärgert. Ich kam mir wie ein Verbrecher behandelt vor!
Da ich jedoch -absichtlich- die ganze Schlange hinter mir aufhielt und niemanden vorbeiließ, beruhigten sie sich wieder und ich konnte dann doch noch passieren.
Die Jangtsefahrt stand also wirklich nicht unter einem guten Stern!

Die "Xiaosanxia" (3 kleine Schluchten) sind meiner Meinung nach viel eindrucksvoller als ihre großen Gegenstücke. Auf engen Passagen gondelt man durch eine Bilderbuchwelt mit steilen Felswänden und entdeckt dabei bemerkenswerte Tropfsteinformationen.
Auf den Felsabbrüchen tollten vergnügt einige Äffchen herum, die sich durch den Schiffsverkehr gar nicht stören ließen.
Als erstes durchfuhren wir die 3 km lange "Longmenxia", die Drachentor-Schlucht, die dann in die 5km lange "Tieguanxia", die Nebelige -Schlucht, überging.
Anschließend legten wir ½ Stunde bei einem kleinen Dorf an, diese Pause nützten die chinesischen Touristen fürs Souvenirkaufen.
Weiter ging es durch die 20 km lange "Dicuixia", die Schlucht des smaragdgrünen Tropfens.

In deren Mitte hielt das Schiff und wir bestiegen kleine Barken, die uns durch die "3-ganz-kleinen-Schluchten" brachten.
Das Wasser der großen und kleinen Schluchten ist durch die Sedimente, die der Fluss mit sich führt braun, jedoch in den Minischluchten hat es eine außergewöhnliche Türkisfärbung. Leider haben die Barken ein Schilfdach, sodass man die Klammformationen nicht gut sehen kann.
Bei jeder Kurve wurden wir von Sängern oder Musikern, die sich direkt in den malerischen Schluchtwänden platziert hatten, mit schönen Volksliedern begrüßt. Anscheinend angestachelt durch die Sänger gab auch unser Bootsführer - mit einer abscheulichen Stimme- ein Liedchen zum Besten. Glücklicherweise sang er nur eine Strophe!

Um die Mittagszeit drehten wir um und bestiegen anschließend wieder unser Boot, das uns auf dem selben Weg durch die kleinen Schluchten zurück nach Wushan zu unserem Jangtse Schiff brachte.
Um 14h verließ das Jangtse Schiff den Hafen und fuhr gleich darauf in die 40 km lange "Wu-Schlucht" (Hexenschlucht) ein.
Jeder Bergrücken dieser Schlucht hat einen klingenden Namen, wie z.B. Feengipfel, Unsterblichengipfel oder Kiefergipfel. Um alle diese Bergkämme ranken sich zahlreiche Legenden. Beispielsweise soll im Feengipfel der Geist einer Prinzessin mit dem Namen Yaoji wohnen. Yaoji half den Menschen bei der Arbeit und heilte Kranke mit Zauberkräutern.

Die letzte der 3 großen Schluchten, die 78 km lange "Xiling-Schlucht" durchfuhren wir abends. Sie besteht eigentlich aus einer Vielzahl von kleineren Schluchten, wie der Ochsenleber-, oder Pferdelungen-Schlucht, die sich aneinander reihen.
Früher war die Durchfahrt sehr gefährlich, ein besonderer Felsen mit dem bezeichnenden Namen "Hier kommt es" hat schon so manches Boot in die Tiefe gerissen, bis ihn eines Tages die Armee sprengte. Auch das "Tor zur Hölle" klingt nicht gerade vielversprechend.

In der heutigen Zeit ist das Passieren der Schlucht jedoch ungefährlich und wir konnten an Deck einen herrlichen Sonnenuntergang genießen und nahmen um 19h unser Abendessen ein.
In der Mitte der Xiling-Schlucht befindet sich die bereits fertiggestellte erste Staustufe des 3-Schluchten-Damms (siehe Tag 9) , die wir nachts durchfuhren.