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Dritter Tag - 25.2.2007 - Königsstadt Meknes – römische Ausgrabung Volubilis – Königsstadt Fes

Eine weitere marokkanische Königsstadt ist Meknes. Sie liegt in einer fruchtbaren Ebene zwischen Rabat und Fes.
Meknes wurde im 10 Jh von den Meknassa, einem Berberstamm gegründet. Der Alaouiten-Herrscher Moulay Ismail (1672-1727) erkor die kleine Stadt schließlich zur Haupstadt seines Reiches. Er hatte grandiose Pläne mit ihr und ließ einen gewaltigen Palastbezirk mit zahlreichen Palästen, Moscheen und Gärten von über 30000 Sklaven errichten. Die ganze Anlage war von 40km langen Palastmauern umgeben. Nach dem Tod des Herrschers verlor Meknes wieder an Bedeutung und verfiel langsam.
Unter der französischen Protektoratszeit ab 1912 wurde die Neustadt, die Ville Nouvelle erbaut
Heute ist Meknes ein wichtiges Handelszentrum für landwirtschaftliche Produkte aus dem fruchtbaren Umland.

Nach dem herzhaften Frühstücksbuffet begann unsere Stadtbesichtigung mit dem berühmtesten Tor Marokkos, dem Bab el Mansour. Dieses wuchtige Bauwerk, mit herrlichen Keramikdekorationen wurde 1732 vollendet und lässt noch einiges vom Prunk der damaligen Zeit erahnen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass einst hier – auf dem Platz vor dem Tor – Gerichtsverhandlungen stattfanden und die Köpfe der Hingerichteten als Abschreckung zur Schau gestellt wurden. Heute geht es hier glücklicherweise beschaulicher zu, einige Händler bieten ihre Ware feil, vor allem sattfarbene Früchte aus dem Umland.

Anschließend machten wir einen kleinen Spaziergang durch die engen Gassen der Medina, dem ältesten Teil der Stadt. Hierhin verirren sich nur wenige Touristen, sodass diese Altstadt noch zu den ursprünglichsten Marokkos zählt.
Mitten im hektischen Trubel der Souks (Marktviertel) befindet sich eine sehenswerte Koranschule, nämlich die Medersa Bou Inania.
Der rechteckige Innenhof dieser ehemaligen islamischen Hochschule aus dem 14 Jh ist mit sehr schönen Fliesen, zartgliedrigem Alabasterstuck und graziösen Holzschnitzereien ausgestattet. Im Obergeschoss befinden sich kleine Studierzimmer mit Blick auf den Innenhof.
Von der oberen Terrasse aus bot sich uns ein wundervoller Ausblick auf die blau geschmückte Große Moschee.

Nun besuchten wir die einzige Moschee Marokkos, die für Touristen zugänglich ist, nämlich das Mausoleum des Moulay Ismail.
Vom äußerst schön ausgestatteten Vorraum, mit zahlreichen Stuck- Fliesen- und Golddekorationen, konnten wir einen Blick auf den Grabraum mit dem weißen Sarkophag werfen.

In der Nähe des Mausoleums befindet sich hinter hohen Mauern das heutige Palastviertel, das vom König benützt wird, wenn er sich in der Stadt aufhält. Es ist leider nicht öffentlich zugänglich.

Von einem Teehaus an der Stadtmauer konnten wir einen schönen Blick auf die kläglichen Überreste der ehemals sicherlich großartigen Altstadt werfen, unter anderem auch auf das ehemalige „Prison des Chretiens“, in dem Christen in unterirdischen Verliesen gefangen gehalten wurden.

Im südlichen Bereich der Altstadt stehen die Reste eines ehemals gewaltigen Getreidespeichers, dem Heri es Souani. Hinter meterdicken Lehmmauern konnten Vorräte für zwanzig Jahre gelagert werden. Davor befindet sich das Bassin de l’Agdal, ein 4 ha großes Wasserbecken, welches unter Moulay Ismail zur Bewässerung der unzähligen Parkanlagen und Gärten des Sultans diente.

Am späten Vormittag verließen wir schließlich die Königsstadt Meknes und fuhren durch ein äußerst grünes, hügeliges Gebiet zur reizvoll gelegenen römischen Ausgrabungsstätte Volubilis.
Schon von weitem konnten wir die Ruinen ausmachen und freuten uns schon sehr auf die Besichtigung der antiken Stadt, die 1997 in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Volubilis wurde auf den Resten einer karthagischen Siedlung erbaut und war das Verwaltungszentrum der Provinz Mauretania, am westlichen Rand des römischen Herrschaftsbereiches. In der fruchtbaren Umgebung wurden Feldfrüchte und Olivenöl geerntet, welche nach Rom exportiert wurden und somit Volubilis zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte verhalfen.
Gegen Ende des 3Jh jedoch häuften sich Berberüberfälle, sodass die Stadt aufgegeben wurde und allmählich verfiel. In den Ruinen siedelten sich Berberfamilien an. Im Jahre 1755 wurden die Reste der Stadt jedoch durch ein verheerendes Erdbeben endgültig zerstört. 1915 begannen französische Archäologen mit Ausgrabungen.

Besonders beeindruckend sind die wunderbar erhaltenen, fantastischen Bodenmosaike in Volubilis. Mythologische Szenen, wilde Tiere und Alltagsdarstellungen zeugen vom ehemaligen Reichtum und Glanz der Stadt. Bei einem kleinen Rundgang inmitten dieser lieblichen Landschaft, vorbei an mehreren Themenanlagen, einer rekonstruierten Olivenpresse, dem Triumphbogen und vielen anderen Gebäuden mit tollen Mosaiken fühlten wir uns zurückversetzt in ein lebendiges Volubilis der Antike mit mehr als 10000 geschäftigen Einwohnern, die besonders stolz auf ihre prächtige Stadt sein mussten.

Von den ausgedehnten Ruinen hatten wir einen schönen Ausblick auf die weiße Pilgerstadt Moulay Idriss, die wir als nächstes streiften.
Hier befindet sich das Grabmal („Marabout“) des Moulay Idriss, Urenkel des Propheten Mohammed und Gründer der ersten marokkanischen Dynastie.
Jährlich strömen mehr als 40000 Pilger in diesen Wallfahrtsort, dessen Zentrum für Nicht-Moslems gesperrt ist. Viele Marokkaner pilgern siebenmal nach Moulay Idriss und können damit die Wallfahrt nach Mekka - eines der Gebote im Islam – ersetzen.
Inmitten des Zerhoun-Massivs gelegen, erstreckt sich diese –vollkommen in sich gekehrte Stadt ? auf zwei unterschiedlich hohe Hügel und wirkt dadurch besonders malerisch.
Wir genossen einen traumhaft schönen Ausblick auf die Stadt von einer nahen Anhöhe aus.

Die Weiterreise in Richtung der dritten Königsstadt Fes führte uns durch eine karge, leicht hügelige Landschaft, die durch ihre satten Erdfarben irgendwie geheimnisvoll und irreal wirkte.
Abends erreichten wir schließlich Fes, wo wir zuerst das schöne Tor Bab Segma im Abendlicht fotografierten um anschleißend einen Bummel durch das Kairaoine-Viertel zu machen. Als Ausgangspunkt diente uns das Tor bab Boujeloud und der kleine Place Boujeloud, wo gerade ein Gewandmarkt stattfand.
Wir stürzten uns ins Getümmel der wuselnden Masse und ließen uns treiben. Plötzlich schrie eine Frau vor uns laut auf und stürzte in einen der kleinen Handwerkerläden, die sich rechts und links des Gässchens befanden. Auf einmal wirkte die enge Gasse wie ausgestorben und auch wir konnten gerade noch rechtzeitig in einen kleinen Schusterladen stolpern, bevor zwei rennende Jugendliche mit großen Dolchen vor uns auftauchten und aufeinander einstachen! Sekunden später waren sie auch schon wieder weitergelaufen und die Gasse füllte sich erneut mit zahllosen Menschen. Manche Schaulustige liefen den beiden Kämpfenden sogar nach.
Wir hatten nun eindeutig genug gesehen und drängten uns durch das Gewühl bis zu unserem Bus.

Zum Ausspannen und Beruhigen genossen wir vom Hotelbalkon das herrliche Abendrot und begaben uns nach dem reichlichen Abendbuffet ins Bett.


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