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5. Tag - 3.9.2005: Huanglong - Songpan

Um 7.30h fuhren wir los, gleich in der Früh besichtigten wir den Bönpo Tempel "Da-Ji-Shi".
Hier konnten wir einen Priester beobachten (und sogar fotografieren), der gerade dabei war, böse Geister zu besänftigen, in dem er Gebete rezitierte und dabei rhythmisch eine Trommel schlug.
In der großen Tempelhalle wurde uns bei einer feierlichen Zeremonie - gegen eine kleine Spende für den Tempel- ein weißer Seidenschal als Willkommensgruß um die Schultern gelegt.

Anschließend überwanden wir den 3500 Meter hohen "Gang Gutok Pass", auf dessen Hochebene sogenannte "Dzos" - Kreuzungen zwischen Rind und Yak- weiden. Nach dem filmischen Festhalten dieser Tiere, die durch ihr dickes Fell hervorragend an das rauhe Klima angepasst sind, stoppten wir bei einem tibetischen Dorf , wenn ich mich richtig erinnern kann, hieß es "Shadri"

Bei einem Spaziergang durch die Siedlung konnten wir einen kleinen Einblick in die Lebensweise der Tibetaner gewinnen. Unser Rundgang endete bei einem weiteren Bön Tempel, den wir dann ebenfalls eingehend besichtigten.
Auf dem Hügel hinter dem Dorf kann man zahlreiche Gebetsfahnen ausmachen, die allerdings keinem religiösen Zweck dienen, sondern ausschließlich gegen ein bestimmtes Entgelt für chinesische Touristen aufgezogen werden.

Nun sollten wir den höchsten Punkt der Reise erreichen und zwar einen 4000 Meter hohen Pass. Oben angelangt machte sich die ungewohnte Höhe durch leichte Kurzatmigkeit schnell bemerkbar. Nach dem obligatorischen Fotostopp, mit einem herrlichen Rundblick auf die umliegende Bergwelt, ging es weiter auf der Passstraße Richtung Huanglong Nationalpark.

Der 1992 von der UNESCO zum "Erbe der Menschheit" ernannte Huanglong Nationalpark ist in einem 3,5 km langen Gebirgstal zwischen 3120 und 3570 Metern Seehöhe gelegen und besteht aus zahlreichen (etwa 3400) Kalksinterterrassen.
Das Wasser, das sich unabänderlich seinen Weg ins Tal bahnt, schuf im Laufe der Zeit eine schimmernde Traumlandschaft mit zahlreichen Sinterbecken, deren Wasser je nach Höhe weiß, blau oder türkisgrün schillert . Manche Becken wirken so einladend, dass man darin am Liebsten ein Bad nehmen möchte. Leider ist das Klima auf 3500 Metern nicht sehr verführerisch!
Huanglong bedeutet übersetzt "gelber Drache"; ist man einigermaßen fantasievoll, könnte man wirklich meinen, ein gelber, geschuppter Drache windet sich bis ins Tal.

Wir hatten vier Stunden Zeit, um dieses fantastische Naturwunder zu durchwandern. Gleich hinter dem Eingang, der sich auf 3100 Metern Seehöhe befindet, konnten wir die ersten Becken ausmachen. Je weiter wir bergan stiegen, desto schöner und unwirklicher wurde die Landschaft.
Ein Gefühl der Ehrfurcht begleitete uns auf dem Weg zum oberen Ende des Tales.
Leider teilten die vielen, lärmenden chinesischen Touristen, die sich alle mit Sauerstoffflaschen eingedeckt hatten, anscheinend dieses Ehrfurchtgefühl nicht. Viele ließen sich sogar mit der Sänfte nach oben bringen und lichteten sich anschließend vor einem Becken ab, bevor sie wieder hinuntergetragen wurden.

Chinesen sind überhaupt begnadete "Sich-selbst-Ablichter". Die gewünschte Person wird zuerst vor ein schönes Motiv positioniert (alle Chinesen finden anscheinend die gleichen Motive hinreißend, dafür stellen sie sich sogar stundenlang an) , dann ertönt ein fast geschrieenes "Yi-Er-San" (eins, zwei, drei), sodass sich das zukünftige Porträt entsprechend vorbereiten kann und niemand Anderer ins Bild platzt. Wenn diese Worte ausgesprochen sind, wird noch einmal die moderne Digitalkamera begutachtet und dann zögernd abgedrückt. Falls sich die fotografierte Person nicht gefällt, oder nicht groß genug zu sehen ist, beginnt die ganze Prozedur nochmals von vorne.
Leider gibt es immer diese ausländischen Spielverderber, die einfach nicht verstehen wollen, dass man vor jedem schönen Hintergrund seine ganze Familie hintereinander ablichten muss, sodass man später noch weiß, wer denn bei dem Ausflug dabei war.
Diese ungehobelten Menschen - die tatsächlich die Landschaft interessanter als die eigene Oma finden - drängen sich immer vor den schönen Hintergrund und zerstören damit die ganze Vorbereitung!

Um 16 Uhr verließen wir diese Zauberlandschaft, die uns immer in wundervoller Erinnerung bleiben wird und fuhren weiter in die auf 2800 Meter gelegene Stadt Songpan.

Unser Hotel in Songpan hieß "Huanglong International". Da wir nach dem Abendessen, welches wir in einem Restaurant in der Stadt einnahmen, noch Zeit hatten, bummelten wir ein bisschen durch die Gassen und deckten uns mit Kuchen aus der Bäckerei für das morgige Frühstück ein.

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